Reviews
CD: Pictured Pain
www.klasma.piranho.de"Mann, DEAF AID fahren aber ein ganz derbes Brett. Hört man die ersten Takte des Openers „Drowned in sorrow”, könnte man meinen, daß eine Vinyl-Scheibe auf der falschen Geschwindigkeit läuft. Bedrohlich-massiges Dröhnen in schleppendem Tempo dringt in die Gehörgänge und steckt mit seiner Geradlinigkeit sofort an. Etwas ungewöhnlich ist es schon, was die südwestdeutsche Truppe auf ihrem ersten Vollzeit-Teller anbietet. Basis des halbstündigen Massakers ist räudiger Death Metal, der in einer Schnittmenge von Bolt Thrower und Six Feet Under angesiedelt ist. Mit dieser Mixtur wäre der Fünfer sicherlich nur einer von vielen.
Was DEAF AID unterscheidet, ist der offene Umgang mit Stilmitteln. DeathMetaller mit Tunnelblick werden mit DEAF AID schnell Probleme bekommen. Da sind die walzenden Doom-Abschnitte nicht mal das „Schwierigste”, wenn man so will. Die passen ja mit ihrer Brachialität eh sehr gut zum Todesblei, falls es die Band versteht, beides auf eine Linie zu kriegen. Die Freiburger schaffen das mit Leichtigkeit. Ebenso locker schütteln sie düsteren SludgeCore, Slide-Gitarren, balladenhafte Melancholie, etwas Rock’n’Rolliges und verzerrte Bass- und Gitarren-Töne aus dem Ärmel. Technischerseits paßt’s dann auch noch. Da hört man DEAF AID an, daß sie seit 1989 (!!), mit kurzer Pause, im Underground präsent sind. Und der Sound ist absolut in Ordnung.
Irgendwie ist diese Platte viel zu schnell zu Ende. Denn „Pictured pain” macht Spaß, ist kurzweilig und hoffentlich nicht der letzte Schrei gewesen. Man erzeugt vielleicht keine enthusiastischen Begeisterungsstürme, aber doch ein freudiges Oldschool-Grinsen plus angenehme Nackenschmerzen und live mit Sicherheit eine brutal abgehende Menge. Und das ist doch einiges wert. Glanzpunkte des Albums sind für mich das äußerst schräge „Zweite Gesicht”, das schon erwähnte „Drowned in sorrow” und „The compulsion within”. Beziehen kann man das Teil für elf Euronen."
www.legacy.de
"[...] Deathmetal der eher langsameren Sorte steht hier auf dem Programm, gewürzt mit ziemlichen tiefen Growls. Die ersten paar Stücke drohen zwar aufgrund ihrer relativen Gleichförmigkeit - obwohl der dritte Song "Bulwark of Evil" ein wenig flotter geraten ist - die Aufmerksamkeit des Hörers zu verlieren, doch danach wird das Album langsam interessanter. Der Titelsong ist fast schon doomig und hat eine angehm böse Atmosphäre, die durch den Einsatz von Akkustikgitarren geschickt verstärkt wird. Die coolen Whammy Bar-Einsätze in "Das zweite Gesicht" oder die Slide Gitarre im Western-beeinflussten "Fierce End Never Ends" lockern die Sache ebenfalls angenehm auf. Auch das letzte Stück "Addicted to Extinction" überzeugt mit seinen ungewöhnlichen Leadgitarren und seinem schleppenden Tempo.
Deaf Aid schaffen es durchaus, Old School Deathmetal mit originellen Ideen zu vermischen, auch wenn das Songwriting noch nicht ganz ausgereift ist. [...]"
www.powermetal.de
"Ziemlich schnell hatten DEAF AID bei mir schon mächtig Sympathiepunkte gesammelt, erstens weil die Jungs ganz aus meiner Nähe stammen und zweitens weil sie einen Sound spielen, den man leider in letzter Zeit nicht mehr allzu häufig hört. Ich würde die Musik mal als bleischweren, düsteren Doom-Death-Metal bezeichnen. Gegründet wurde die Band bereits 1989, damals spielte man eigenen Angaben nach noch Thrash mit Punk-Einflüssen. In der ersten Hälfte der Neunziger lieferten DEAF AID zwei Eigenproduktionen und diverse Sampler-Beiträge ab. Nach einer längeren Pause um die Jahrtausendwende herum in die Formation nun wieder da mit einem neuen Sänger und einer weiteren CD namens "Pictured Pain", auf der die neue stilistische Ausrichtung nun nachzuhören ist.
"Pictured Pain" ist ein ganz schöner Brocken. Von dröhnenden, schleppenden Beats unterlegt kriechen verzerrte, hypnotische Riffs zähflüssig und düster aus den Boxen. Dazu knurrt und grollt Frontmann Marc seine mächtigen, sehr tiefen Death-Metal-Vocals. Abgerundet wird das Ganze durch den einen oder anderen kaputten Noise-Effekt und vereinzelte psychedelisch angehauchte Gitarrenläufe. Die Produktion ist schön roh und ungeschliffen, so dass DEAF AID auch in Konserve sehr authentisch und lebendig rüberkommen. Herrlich kaputte Tracks wie das Sludge-Core-lastige 'Drowned In Sorrow' entfalten so ihre ganze dreckige Pracht. Der atmosphärisch dichte, melancholische Titelsong 'Pictured Pain' ist der viel zitierte Lavastrom, der langsam und bedrohlich gurgelnd an dir vorbei zieht. Das deutsch gesungene 'Das zweite Gesicht' ist der vielleicht eingängigste Song der Platte, treibende Beats, groovende Gitarren und einprägsamer Gesang. Textlich scheint es hier um einen Triebtäter zu gehen. Das absolute Highlight dieses starken Albums ist für mich aber das brutal stampfende und doch vielseitige und spannend aufgebaute 'Fierce End Never Ends'.
Sicherlich gibt es auch bei DEAF AID hier und da noch Raum für Verbesserungen. So könnte etwas mehr Abwechslung bestimmt nicht schaden, auf Dauer verliert die tonnenschwere Monotonie doch etwas von ihrem Reiz. Zudem gibt es auch ein, zwei eher langweilige Songs auf "Pictured Pain". Dennoch kann man insgesamt von einer sehr gelungenen, absolut hörenswerten Veröffentlichung sprechen. Wer glaubt mit einer räudigen Mischung aus Doom und Death Metal etwas anfangen zu können, sollte DEAF AID und "Pictured Pain" unbedingt eine Chance geben. Support the Underground!!"
www.metalglory.de
"Die deutsche Death Metal Combo DEAF AID stammt aus Freiburg und ist, man höre und staune, bereits seit 1989 im musikalischen Brachialgeschäft. Einstmals als Thrash Metal Verein gegründet, entwickelte man sich über die Zeit immer mehr in Richtung Death Metal und veröffentlicht nun, auch hier höre und staune man ruhig, Anno 2008 das Debutalbum! Da haben sich die Herren wahrlich Zeit gelassen, etwas Feines auf den Plattenteller zu zaubern, doch das Schöne ist, dass man den Freiburgern Erfahrung und Reife durchaus anhört.
Die acht Songs auf „Pictured Pain“ bieten im Midtempo groovenden Death Metal mit ein paar leichten Noise-Einflüssen und Thrash-Anleihen. Auch wenn hier das Rad wieder mal nicht neu erfunden wird, gehen sämtliche Songs direkt in die richtige Richtung, der Shouter erinnert mich angenehm an Death-Growls der alten Schule (z.B. BOLT THROWER) und keiner der Songs verliert sich in belanglosem Geknüppel. Besonders die kleinen, rhythmischen Noise-Einschübe verleihen den Songs manchmal das besondere „Etwas“. Mein persönlicher Favorit auf dem Silberling ist ganz klar das mit Neil Young- und Rock’n’Roll-Anleihen bestückte „Fierce End never ends“. Einfach ein schweinecooler Song!
Versehen mit einem für eine Eigenproduktion wirklich mehr als nur amtlichen Sound und einer schlichten, aber professionellen Aufmachung dürfte „Pictured Pain“ ein guter Tipp für Freunde von tonnenschwerem, sich dahinwälzenden Death Metal sein! Besonders live würde ich mir die Jungs gerne mal anschauen, erfahrungsgemäß funktioniert solche Mucke auf der Bühne immer gleich doppelt so gut!"
www.metal.de
"DEAF AID stammen aus der Freiburger Umgebung und wurden bereits 1989 gegründet, wir haben es hier also mit alten Hasen zu tun. Im Laufe der Jahre entwickelte sich ihr Stil vom punkigen Thrash Metal bis hin zum heutigen Death Metal. Zwischen 2000 und 2003 pausierte die Band. Danach stand man unter anderem mit MASTER gemeinsam auf der Bühne, was auch stilistisch ganz gut zusammenpasst. Im Oktober letzten Jahres entstand das nun vorliegende Album. "Pictured Pain" zeichnet sich durch recht einfach gestrickten, direkten und wuchtigen Todesblei aus. Dabei wird statt auf Geschwindigkeit eher Wert auf Groove gelegt, womit sie stark in die Nähe von SIX FEET UNDER rücken. [...] Richtig gut sind DEAF AID, wenn sie sich schwerfällig im Schneckentempo einer Dampfwalze gleich schleppend alles nierderwalzen wollen, wie beispielsweise im Titelstück, in welchem auch noch mit netten Gitarreneffekten geglänzt wird. Da erfreut sich das Oldschool-Herz! [...]"
www.bright-eyes.de
"Das Album „Pictured Pain“ von DEAF AID definiert sich durch eine grundlegende Death Metal-Spur, die sich durch einige Zusätze zu einem individuellen und innovativen Mix entwickelt. Anfangs doch etwas befremdender Gurgelmelodien in einem kurzen, kantigen Riff-Gewand (‚Bad Luck’) sowie ein etwas wirr abgemischter Death Metal-Rock’n’Roller lassen im ersten Moment Irritation entstehen, aber bekommen DEAF AID doch relativ schnell die Kurve und lassen ihre restlichen Tracks genauso daherkommen, wie ihr tragender und langsam getakteter Opener ‚Drowned In Sorrow’. Während der Albumbeginn aber noch recht sparsam mit dem Instrumenteneinsatz begann, sind die restlichen Songs alle recht gute hörbare Death Metal-Stampfer geworden. Ob nun atmosphärisch beklemmend (‚Addicted To Extinction’) oder doch eine typische Death-Symphonie (‚The Compulsion Within’), DEAF AID können in diesen Songs ansatzweise überzeugen und warten zudem mit entsprechend passenden Growls auf. Auch eine kleine! Ballade konnte sich auf „Pictured Pain“ einschleichen, die durch eine ruhige atmosphärische Zwischensequenz Pluspunkte sammelt. Das beste Lied ist in diesem Zusammenhang ‚Fierce End Never Ends’! Beginnend wie eine Road Movie-Brecher, der stilistisch zu einem Filmduell passen könnte, kommt dem Album sehr zu Gute und hebt die Spannung bis zum Schluss. Insgesamt ist „Pictured Pain“ für eine Eigenproduktion in einer relativ guten Qualität erhältlich und auch die musikalischen Ansätze stimmen schon mal. [...]"